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Der Einfluss des Internet auf die US-Politik
Schon im Wahlkampf nutzte Barack Obamas Personal wie noch kein Wahlkampf-Team zuvor die Möglichkeiten des Internet. Über das sogenannte Web 2.0 kommunizierte Obama mit seinen potentiellen Wählern, sammelte via Internet Wahlkampfspenden in Rekordhöhe und rekrutierte knapp zwei Millionen Freiwillige. Es sind Bestrebungen im Gange, dass diese neue Plattform auch im politischen Tagesgeschäft, nach Obamas Amtsantritt genutzt werden soll. Der folgende Artikel aus Spiegel-Online wirft die Frage auf, ob und wie eine Beteiligung der Wählerschaft via Web realistisch und sinnvoll ist. Auch die Frage, ob es sich hierbei mehr um Schein oder Sein handelt wird behandelt. Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, das Volk direkt am politischen Tagesgeschäft zu beteiligen. Mangelndes Expertenwissen und Beeinflussbarkeit der Wähler sind sicherlich Argumente dagegen. (Angaben und Artikel aus Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,591167,00.html
5 Antworten auf “Der Einfluss des Internet auf die US-Politik”
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20.11.2008 bei 14:45
Ein durchaus spannendes Thema. Wäre ein Vorteil der E-Demokratie nicht grade eben, dass mehr Transparenz geschaffen würde? Natürlich ist auch hier die Informationskompetenz, also das Bewerten der Quellen und der Umgang mit diesen Informationen durchaus zentral.
Die Werkzeuge des Web2.0 lassen grade im politischen Umfeld weit mehr Beteiligung der Wählerschaft, also Interaktivität, zu als dies in der traditionell geführten Politik der Fall ist.
Grade kürzlich ist ein Buch erschienen, dass sich genau mit diesen Aspekten auseinandersetzt:
Tobias Moorstedt: Jeffersons Erben. Wie die digitalen Medien die Politik verändern. Edition Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2008.
Der HTW-Bib wurde eine Anschaffung empfohlen.
Das Modul im Bachelorstudiengang: Informationsgesellschaft, -Ethik, -Politik befasst sich ausführlich mit diesen Fragestellungen. Die Erstsemsestler dürfen sich also schon jetzt darauf freuen, solche Aspekte im Studium (und im Privatleben
weiter zu diskutieren und zu erforschen!
21.11.2008 bei 14:11
Den Einwand der erhöhten Einflussnahme auf die Politik durch den Wähler stimme ich zwar zu, halte das aber nicht unbedingt für eine gute Entwicklung. Denn die Informationskompetenz, die ebenfalls erwähnt wurde ist, meinen subjektiven Beobachtungen zu Folge, eher rückläufig. Durch die Datenflut (Internet, Gratiszeitungen) hat der Wille und die Fähigkeit zur Differenzierung beim Konsumenten eher abgenommen. Dadurch dass er glaubt trotzdem informiert zu sein, entstehen völlig neue Probleme. Der Glaube, (beispielsweise nach der Lektüre eines 20 Minuten, oder eines Artikels in Wikipedia)informiert zu sein, ist meiner Ansicht nach ein grösseres Problem, wenn der, der sich auf diesen Kanälen informiert auch noch eine gewisse Mitsprachemöglichkeit hat.
2.12.2008 bei 01:16
Habe zum Thema noch einen spannenden Blog-Eintrag gefunden:
http://alterdestiny.blogspot.com/2008/11/o-governance.html
Worin siehst du denn die konkreten Gefahren, fst? Heisst eine schlechte Info-Kompetenz der Bürger auch, dass sie nicht mehr wissen, was sie eigentlich wollen bzw. was gut für sie ist? Beeinflussbar sind sie aus meiner Sicht jedenfalls nicht nur von den bestenfalls “unabhängigen” Medien, sondern mindestens ebenso von Regierungs- oder allgemeiner Polit-Propaganda, also letztlich Interessens-Gruppierungen. Aber soll man sie deshalb gleich von jeglicher politischen Mitbestimmung ausschliessen und die Damen und Herren Abgeordneten über das Schicksal all ihrer Wählerinnen und Wähler entscheiden lassen?
3.12.2008 bei 09:24
Das sind tatsächlich gute Fragen. Mir ist klar, dass meine Position auch als totalitärer Ansatz verstanden werden kann. Die Aussage, dass die Menschen nicht wissen was gut für sie ist, setzt voraus, dass man selbst weiss, oder zu wissen glaubt, was gut für die Menschen ist. Dies will ich aber für mich keinesfalls beanspruchen. Aber zu behaupten, die Menschen seien von der politischen Entscheidung ausgeschlossen, wenn die Personen die sie gewählt haben über wichtige politische Themen entscheiden, halte ich das für einen Irrtum. Schliesslich entscheidet der Wähler, wer im Endeffekt die Führung im eigenen Land hat. Somit entscheidet er, sofern er seine Verantwortung ernst nimmt, auch über die Inhalte der Politik. Im besten Falle wählt er “Experten”, welche über die Geschicke des jeweiligen Landes beraten. Konkrete Gefahren? Wenn die gewählte Regierung im permanenten Wahlkampf ist, und sich zu sehr auf die Reaktionen ihrer Stimmbürger konzentrieren, werden notwendige aber teilweise schmerzhafte Massnahmen und Reformen oft nicht angepackt. Es lässt sich in den Wahlkampfperioden immer wieder beobachten, dass die demokratischen Regierungen keine “heissen Kartoffeln” mehr in Angriff nehmen. Hoffentlich schweift das nicht zusehr vom Thema Informationswissenschaft ab.