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Glaubwürdigkeit von Informationskanälen
U.S. Amerikanerinnen und Amerikaner vertrauen Information aus dem Internet (38% nannten diesen Kanal als besonders glaubwürdig) eher als solcher aus dem Fernsehen (20%) oder Radio (16%). Dies zumindest gaben 3′000 Befragte kurz nach der Präsidentschaftswahl an, wie wir auf tagesanzeiger.ch und bild.de lesen. Der Glaubwürdigkeit letzterer Tageszeitung nützt diese Erkenntnis des Meinungsforschungsinstituts «Logby International»[sic!] freilich wenig.
Wie haltet denn ihr es mit Nachrichten aus verschiedenen Kanälen wie Internet, Zeitung, Radio und TV? Beurteilt ihr Qualität und Verlässlichkeit von Information abhängig von ihrem Trägermedium?
Serendipity-Nachtrag:
Die ebenfalls in den Bild-News erwähnte «im vergangenen Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos» vorgestellte «Studie über die Glaubwürdigkeit von Weblogs» habe ich leider nicht finden können, wohl aber die jährlich (und auch schon am WEF) von der PR-Agentur Edelman veröffentlichte TRUST Barometer Studie über das Vertrauen in verschiedene Nachrichtenkanäle.
Bereits 2004 an einer Panel-Diskussion über Blogs und Internet-Nachrichten am WEF in Davos teilgenommen hat übrigens Jay Rosen, Dozent am Journalism Institute der New York University und Gründer des Themenblogs PressThink. Sehr interessant zum Beispiel, was er über die Ethik von Hyperlinks zu sagen hat.
7 Antworten auf “Glaubwürdigkeit von Informationskanälen”
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27.11.2008 bei 19:14
Die Baromedia Studie (zum Medienkonsum & -vertrauen in der Schweiz) von Ringier stellte 2002 fest, dass unter den verschiedenen Medien die CH-Bevölkerung das höchste Vertrauen in Teletext (!) hatten (noch vor Schule, Radio, TV und Presse). Das überraschte mich damals sehr - leider konnte ich jedoch keine aktuellen Zahlen dazu finden, ob dieses hohe Vertrauen auch heute noch besteht. Die Ergebnisse von 2002 sind nachzulesen unter http://news.search.ch/inland/2002-06-06/hoechste-glaubwuerdigkeit-von-teletext http://relaunch.medialine.de/PM1D/PM1DB/PM1DBF/PM1DBFB/pm1dbfb_koop.htm?snr=60
2.12.2008 bei 01:26
Wow, also das hätte ich auch nicht gedacht! Merci für die Links.

Zu den Nutzungsdaten des Teletext findet sich bei der Werbevermittler-Agentur PubliSuisse einiges.
Dass die Teletext-Macher selbst von der hohen Glaubwürdigkeit ihres Produktes überzeugt sind, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. So ist im Image-Prospekt auf Seite 6 denn auch zu lesen: “Teletext – das glaubwürdigste Medium der Schweiz. Täglich vertrauen über 1,1 Mio. Menschen den Informationen im Teletext. Der sachlich konzise Inhalt, die hohe Aktualität und Glaubwürdigkeit machen ihn mehr denn je unabdingbar.”
8.12.2008 bei 13:11
Interessant und erschreckend…
Ich finde es nötig, das Internet nicht als eine Quelle anzusehen, ist es doch voller völlig unterschiedlichen Publikationsformen (Podcast, Blog, Foren, Homepage(-Experimente) etc.
Es direkt mit Medien wie Fernsehen und Radio zu vergleichen und dann eine Umfrage damit durchzuführen, erbringt Resultate, die keinesfalls darauf schliessen lassen, wo der Benutzer seine Informationen nun herholt.
Obwohl natürlich die einzelnen “Quellenarten” im www häufig in Umfragen aufgeschlüsselt werden, taucht oft noch pauschalisiert “das Internet” als Quelle auf. Dies hat meiner Meinung nach ausgedient.
Freundliche Grüsse
Claudio Bentz
8.12.2008 bei 16:35
Absolut richtig! Hier muss man aufpassen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden!
Viele Grüsse
Wolfgang Semar
8.12.2008 bei 22:18
Stimmt, ich sehe das Internet eigentlich auch eher als «Swiss Army knife of information and communication» (nach Gary W. Selnow), also quasi als Mehrkanalsystem zum Transport verschieden gearteter Datenpakete in Form von “Diensten”. Im “WWW”-Dienst selber gibt es dann wiederum die bereits angesprochenen Formen der RSS-basierten Systeme (Blogs), der Wikis, der Foren und der regulären statischen Websites. So in etwa stellt sich mir die Sache dar.
Trotzdem tue ich mich schwer, das Internet einem einzelnen Oberbegriff zuzuordnen. Es ist also kein Medium, keine Mediengattung, kein Kanal und keine Quelle. Aber was genau ist es denn nun? Vielleicht Infrastruktur wie Radio- und Fernseh-Sendeantennen (die dazugehörigen Empfangsgeräte entsprächen ja dann dem Computer) und Papier, auf welchem die Zeitung gedruckt wird?
18.12.2008 bei 12:08
In der Zeitschrift Publizistik gibt es einen Artikel, die versucht der Thematik ‘Qualität’ und ‘Qualitätserwartungen’ an Blogs und Zeitungen empirisch auf den Grund zu gehen: “Qualitätserwartungen und ethischer Anspruch bei der Lektüre von Blogs und von Tageszeitungen”, erschienen im Dez. 2008 (link) Ich bin selbst sehr neugierig den Artikel zu lesen und bin gespannt auf die Ergebnisse.