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Verfasser-Archiv
Bertelsmann wächst weiter
19.12.2008 von hierlsonja.
Der grösste Medienkonzern Europas, Bertelsmann, berichtete am 18.12 in einer sehr knappen Mitteilung, dass er plant, die Traditionsmarke Brockhaus zum 01.02.2009 zu übernehmen. Damit geht die wohl am weitesten verbreitete Enzyklopädie Deutschlands (der Bekanntheitsgrad liegt bei über 93%) in den Besitz eines Konzerns über, der die Medienlandschaft bereits sehr stark prägt. Mit seinen verschiedenen Bereichen (u.a. RTL Group und wissenmedia) besitzt Bertelsmann bereits einige Online-Angebote (wie bspw. Wissen.de), weshalb der Konzern nach Aussage des Geschäftsführers der wissenmedia GmbH, Christoph Hünermann, die ursprünglichen Brockhaus-Pläne, ein kostenloses Brockhaus-Online-Angebot zu lancieren, nicht weiter verfolgen wird.
Ein Blick auf die Aktivitäten und Tochtergesellschaften Bertelsmanns, lässt eine zumindest teilweise Vormachtsstellung im deutschen Bildungswesen erkennen. Ab Februar gehört dann auch der Brockhaus dazu - sofern das Bundeskartellamt keinen Einspruch erhebt. Geht das uns als Informationswissenschaftler etwas an? ….
Quellen: http://bertelsmann.de/bertelsmann_corp/wms41/bm/index.php?search=brockhaus&ci=108&language=1 und http://www.welt.de/wirtschaft/article2893879/Brockhaus-knickt-vor-Wikipedia-und-Google-ein.html?page=2#article_readcomments
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Wie viel Online-Überwachung lässt sich anhand der Bekämpfung von Online-Kriminalität und Kinderpornographie rechtfertigen?
3.12.2008 von hierlsonja.
Der EU-Ministerrat hat sich nach einer Golem-Meldung darauf geeinigt, eine stärkere Online-Überwachung zu lancieren um europaweit besser auf Internetdelikte, wie Daten- und Identitätsdiebstahl, Kinderpornographie, aber auch Spam reagieren und diesen vorbeugen zu können. Hierzu soll u.a. eine durch Europol aufgebaute “Warnplattform als Sammelstelle für Berichte über in den EU-Mitgliedstaaten begangene Internetdelikte” dienen, weiter werden EU-weite Onlinedurchsuchungen geplant, eine verstärkte Kooperation von Strafverfolgern und dem privaten Sektor angestrebt und eine nicht näher spezifizierte Überwachung des Internetverkehrs geplant [http://www.golem.de/0812/63873.html].
Schnell stellt sich hier die Frage, inwieweit solche unter Umständen doch relativ weitreichende Massnahmen künftig auch für weniger schwere Delikte genutzt werden - schliesslich ist es im Vorfeld bspw. einer Überwachung des Internetverkehrs ja nur schwer einzuschätzen, ob hier tatsächlich eines der oben genannten Delikte mitverfolgt wird oder ob nicht der Online-Bürger bei “harmlosen” Aktivitäten im Internet überwacht wird, was den Persönlichkeitsschutz einschränken würde.
Zumal ein vage formulierter Delikt wie das Spamming mittlerweile soweit verbreitet ist, dass sich anhand dieses Tatbestands vermutlich fast schon jede Überwachung rechtfertigen liesse. Selbstverständlich sind im Zuge der Bekämpfung bspw. von Kinderpornographie zielführende Massnahmen sehr wünschens- und unterstützenswert. Stehen diese jedoch wirklich auf der gleichen Stufe wie Spam, dass derart weitreichende und grenzüberschreitende Massnahmen für die Bekämpfung beider Delikte aneinander gekoppelt werden sollten?
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Das “Daten Ford Knox” im schweizer Berg
24.11.2008 von hierlsonja.
Zwischen 20′000,- CHF und 100′000,- CHF lassen es sich weltweit Unternehmen unterschiedlichster Branchen kosten, eine physische Sicherungskopie ihrer gesamten Unternehmensdaten in einem stillgelegten (und leicht umfunktionierten) Bunker in Bern zu hinterlegen - pro Monat, versteht sich.
Das Hochsicherheits-Rechenzentrum befindet sich im Inneren eines Bergs und ist sowohl baulich, als auch durch Sicherheitspersonal geschützt, wie kaum sonst ein Gebäude in der Schweiz.
Bei einem Daten-Gau eines der Kunden von Ford Knox (sei es durch Elektrizitätsprobleme, Serverausfall o.ä. bei dem die “Standard-Sicherungen” ebenfalls nicht mehr hergestellt werden können), werden die aktuellen Sicherungskopien der Unternehmensdaten im Schnitt innert 2 Stunden entweder über Hochsicherheitsleitungen in das Unternehmen übertragen - oder bei zu grossen Datenvolumina auch mal per Hubschrauber physisch geliefert.
Die befragten Ford Knox Kunden beziffern den Wert der hinterlegten Daten mit dem fast vollumfänglichen Gesamtunternehmenswert - ohne diese Daten wäre kaum ein produzierendes Industrie- oder auch Dienstleistungsunternehmen im Stande, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Angesichts solcher Aussagen freut sich der Informationswissenschaftler - wird doch deutlich, wie wichtig das immaterielle Gut Information insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft ist und welchen Stellenwert ihm auch in der Unternehmenswelt zukommt.
Eine umfassende Berichtserstattung zum Ford Knox findet sich in der Cash-TV Sendung vom 16. November (online in der Mediathek abrufbar unter http://www.cash.ch/video/cashtv/).
Quellen: http://www.cash.ch/video/cashtv/ und http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/901bf27c-263f-43cc-8b1b-e6b0ecf61024.aspx
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