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Exkursion: Pro Senectute Bibliothek und Dokumentation in Zürich

Wir schreiben den 19.11.2009, ein weiteres Mal macht sich die Iw09 der HTW Chur auf den Weg nach Zürich. Dieses Mal durften wir die Bibliothek und Dokumentation der Pro Senectute besichtigen….

Exkursionsbericht: Pro Senectute Bibliothek und Dokumentation

Mensch als Auslaufmodell?

Auf meiner Suche nach Artikeln zur künstlichen Intelligenz, stiess ich auf einen Artikel der Evolutionstheoretikerin Susan Blackmore. Ihre Theorie fusst auf der Memetik: 

Memetik ist eine umstrittene Theorie der kulturellen Evolution. Sie ist die Lehre von der Beschaffenheit und Wirkungsweise von so genannten Memen als Trägern der kulturellen Entwicklung in Analogie zur biologischen Evolution und der Genetik (Wikipedia).”

 Diese Meme reproduzieren sich bisher über den Menschen.

Dies, so Blackmore, könnte sich aber damit ändern, dass wir Menschen es im riesigen Datenmeer den elektronischen Suchmaschinen überlassen, die für uns relevanten Daten zu selektionieren. Sobald diese Maschinen sowohl das Kopieren, die Variation und die Selektion übernehmen, dürfte ein neuer Replikator entstanden sein, sogenannte Teme (technische Meme), welche die Information zu Replikation an die nächste Generation weitergeben.

Momentan brauchen diese Informationsträger noch den Menschen als “Kopiermaschine”, als Replikator, indem er Strom produziert und Kraftwerke betreibt. Die weitere Entwicklungsstufe wären Maschinen, die diesen Vorgang übernehmen können. Somit wäre das Überleben des Menschen für das Überleben der Teme nicht mehr massgeblich.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,602346,00.html

 Ich halte die Theorie für recht amüsant und sie kann der Diskussion, welche Aufgaben der Mensch an Maschinen übertragen sollte, eine neue Dimension verleihen. Ein etwas kritischerer Blickwinkel als bisher würde uns bestimmt nicht schaden. Nichts desto trotz wirkt das Ganze doch etwas sehr abenteuerlich. Vor allem die Konsequenzen, wenn der Mensch überflüssig gemacht würde, werden nicht angesprochen.

Bertelsmann wächst weiter

Der grösste Medienkonzern Europas, Bertelsmann, berichtete am 18.12 in einer sehr knappen Mitteilung, dass er plant, die Traditionsmarke Brockhaus zum 01.02.2009 zu übernehmen. Damit geht die wohl am weitesten verbreitete Enzyklopädie Deutschlands (der Bekanntheitsgrad liegt bei über 93%) in den Besitz eines Konzerns über, der die Medienlandschaft bereits sehr stark prägt. Mit seinen verschiedenen Bereichen (u.a. RTL Group und wissenmedia) besitzt Bertelsmann bereits einige Online-Angebote (wie bspw. Wissen.de), weshalb der Konzern nach Aussage des Geschäftsführers der wissenmedia GmbH, Christoph Hünermann, die ursprünglichen Brockhaus-Pläne, ein kostenloses Brockhaus-Online-Angebot zu lancieren, nicht weiter verfolgen wird.
Ein Blick auf die Aktivitäten und Tochtergesellschaften Bertelsmanns, lässt eine zumindest teilweise Vormachtsstellung im deutschen Bildungswesen erkennen. Ab Februar gehört dann auch der Brockhaus dazu - sofern das Bundeskartellamt keinen Einspruch erhebt. Geht das uns als Informationswissenschaftler etwas an? ….

Quellen: http://bertelsmann.de/bertelsmann_corp/wms41/bm/index.php?search=brockhaus&ci=108&language=1 und http://www.welt.de/wirtschaft/article2893879/Brockhaus-knickt-vor-Wikipedia-und-Google-ein.html?page=2#article_readcomments

Glaubwürdigkeit von Informationskanälen

U.S. Amerikanerinnen und Amerikaner vertrauen Information aus dem Internet (38% nannten diesen Kanal als besonders glaubwürdig) eher als solcher aus dem Fernsehen (20%) oder Radio (16%). Dies zumindest gaben 3′000 Befragte kurz nach der Präsidentschaftswahl an, wie wir auf tagesanzeiger.ch und bild.de lesen. Der Glaubwürdigkeit letzterer Tageszeitung nützt diese Erkenntnis des Meinungsforschungsinstituts «Logby International»[sic!] freilich wenig. ;)

Wie haltet denn ihr es mit Nachrichten aus verschiedenen Kanälen wie Internet, Zeitung, Radio und TV? Beurteilt ihr Qualität und Verlässlichkeit von Information abhängig von ihrem Trägermedium?

Serendipity-Nachtrag:

Die ebenfalls in den Bild-News erwähnte «im vergangenen Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos» vorgestellte «Studie über die Glaubwürdigkeit von Weblogs» habe ich leider nicht finden können, wohl aber die jährlich (und auch schon am WEF) von der PR-Agentur Edelman veröffentlichte TRUST Barometer Studie über das Vertrauen in verschiedene Nachrichtenkanäle.

Bereits 2004 an einer Panel-Diskussion über Blogs und Internet-Nachrichten am WEF in Davos teilgenommen hat übrigens Jay Rosen, Dozent am Journalism Institute der New York University und Gründer des Themenblogs PressThink. Sehr interessant zum Beispiel, was er über die Ethik von Hyperlinks zu sagen hat.

Das “Daten Ford Knox” im schweizer Berg

Zwischen 20′000,- CHF und 100′000,- CHF lassen es sich weltweit Unternehmen unterschiedlichster Branchen kosten, eine physische Sicherungskopie ihrer gesamten Unternehmensdaten in einem stillgelegten (und leicht umfunktionierten) Bunker in Bern zu hinterlegen - pro Monat, versteht sich.
Das Hochsicherheits-Rechenzentrum befindet sich im Inneren eines Bergs und ist sowohl baulich, als auch durch Sicherheitspersonal geschützt, wie kaum sonst ein Gebäude in der Schweiz.
Bei einem Daten-Gau eines der Kunden von Ford Knox (sei es durch Elektrizitätsprobleme, Serverausfall o.ä. bei dem die “Standard-Sicherungen” ebenfalls nicht mehr hergestellt werden können), werden die aktuellen Sicherungskopien der Unternehmensdaten im Schnitt innert 2 Stunden entweder über Hochsicherheitsleitungen in das Unternehmen übertragen - oder bei zu grossen Datenvolumina auch mal per Hubschrauber physisch geliefert.
Die befragten Ford Knox Kunden beziffern den Wert der hinterlegten Daten mit dem fast vollumfänglichen Gesamtunternehmenswert - ohne diese Daten wäre kaum ein produzierendes Industrie- oder auch Dienstleistungsunternehmen im Stande, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Angesichts solcher Aussagen freut sich der Informationswissenschaftler - wird doch deutlich, wie wichtig das immaterielle Gut Information insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft ist und welchen Stellenwert ihm auch in der Unternehmenswelt zukommt.

Eine umfassende Berichtserstattung zum Ford Knox findet sich in der Cash-TV Sendung vom 16. November (online in der Mediathek abrufbar unter http://www.cash.ch/video/cashtv/).

Quellen: http://www.cash.ch/video/cashtv/ und http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/901bf27c-263f-43cc-8b1b-e6b0ecf61024.aspx

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