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“Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel?”
7.5.2009 von Wolfgang Semar.
Aktuelle Herausforderungen für die Bibliothek und ihre Partner im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens, werden auf der international Fachtagung “Die Lernende Bibliothek 2009″ von 6. bis 9. September 2009 in Chur (CH) diskutiert. Die Tagung steht unter dem Thema “Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel”. Veranstalter der Lernenden Bibliothek sind sieben Berufsverbände aus vier Ländern, die HTW Chur ist Gastgeberin. Es werden Fachleute aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz erwartet. Weitere Information zur Tagung unter: http://www.lernendebibliothek2009.ch/
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Happy Birthday WWW
13.3.2009 von Wolfgang Semar.
Heute vor 20 Jahren hatte der Brite Tim Berners-Lee seinen Projektantrag “Informationsmanagement: Ein Vorschlag”, bei seinem Vorgesetzten im CERN eingereicht, der sich als Grundstein des Internet entpuppen und das Kommunikations- und Informationsverhalten der Menschen grundlegend verändern sollte. Mike Sendall, sein Vorgesetzter ahnte bereits, dass eine großartige Idee auf seinem Schreibtisch lag, war sich aber dennoch nicht so sicher. Er schrieb: “Vage, aber aufregend” auf den Projektantrag, in dessen Zentrum der “Hypertext” stand, der Informationen in einem Netz durch logische Verbindungen miteinander verknüpft.
Etwas mehr zu dem Thema steht in der FAZ vom 13.03.2009.
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“Schweizer Portal für Recherche im Internet” SPRINT erscheint nicht nur in neuem Design
25.2.2009 von Wolfgang Semar.
Das Schweizer Portal für Recherche im Internet (SPRINT) der Hochschule für
Wirtschaft und Technik (HTW) in Chur wurde umfassend überarbeitet. Das Portal, mit
seinen zwölf Jahren ein Urgestein im Internet, wurde im Laufe dieses Winters von
Studenten der Informationswissenschaft einer grossen Revision unterzogen. Jede
Information wurde überprüft, neue Trends aufgespürt und die Inhalte entsprechend
ergänzt. Ausserdem bietet SPRINT seit 2009 auch E-Learning-Angebote fürs
Selbststudium und Lehrmaterialien für Dozenten.
http://sprint.informationswissenschaft.ch
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Mensch als Auslaufmodell?
21.1.2009 von fst.
Auf meiner Suche nach Artikeln zur künstlichen Intelligenz, stiess ich auf einen Artikel der Evolutionstheoretikerin Susan Blackmore. Ihre Theorie fusst auf der Memetik:
“Memetik ist eine umstrittene Theorie der kulturellen Evolution. Sie ist die Lehre von der Beschaffenheit und Wirkungsweise von so genannten Memen als Trägern der kulturellen Entwicklung in Analogie zur biologischen Evolution und der Genetik (Wikipedia).”
Diese Meme reproduzieren sich bisher über den Menschen.
Dies, so Blackmore, könnte sich aber damit ändern, dass wir Menschen es im riesigen Datenmeer den elektronischen Suchmaschinen überlassen, die für uns relevanten Daten zu selektionieren. Sobald diese Maschinen sowohl das Kopieren, die Variation und die Selektion übernehmen, dürfte ein neuer Replikator entstanden sein, sogenannte Teme (technische Meme), welche die Information zu Replikation an die nächste Generation weitergeben.
Momentan brauchen diese Informationsträger noch den Menschen als “Kopiermaschine”, als Replikator, indem er Strom produziert und Kraftwerke betreibt. Die weitere Entwicklungsstufe wären Maschinen, die diesen Vorgang übernehmen können. Somit wäre das Überleben des Menschen für das Überleben der Teme nicht mehr massgeblich.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,602346,00.html
Ich halte die Theorie für recht amüsant und sie kann der Diskussion, welche Aufgaben der Mensch an Maschinen übertragen sollte, eine neue Dimension verleihen. Ein etwas kritischerer Blickwinkel als bisher würde uns bestimmt nicht schaden. Nichts desto trotz wirkt das Ganze doch etwas sehr abenteuerlich. Vor allem die Konsequenzen, wenn der Mensch überflüssig gemacht würde, werden nicht angesprochen.
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Bertelsmann wächst weiter
19.12.2008 von hierlsonja.
Der grösste Medienkonzern Europas, Bertelsmann, berichtete am 18.12 in einer sehr knappen Mitteilung, dass er plant, die Traditionsmarke Brockhaus zum 01.02.2009 zu übernehmen. Damit geht die wohl am weitesten verbreitete Enzyklopädie Deutschlands (der Bekanntheitsgrad liegt bei über 93%) in den Besitz eines Konzerns über, der die Medienlandschaft bereits sehr stark prägt. Mit seinen verschiedenen Bereichen (u.a. RTL Group und wissenmedia) besitzt Bertelsmann bereits einige Online-Angebote (wie bspw. Wissen.de), weshalb der Konzern nach Aussage des Geschäftsführers der wissenmedia GmbH, Christoph Hünermann, die ursprünglichen Brockhaus-Pläne, ein kostenloses Brockhaus-Online-Angebot zu lancieren, nicht weiter verfolgen wird.
Ein Blick auf die Aktivitäten und Tochtergesellschaften Bertelsmanns, lässt eine zumindest teilweise Vormachtsstellung im deutschen Bildungswesen erkennen. Ab Februar gehört dann auch der Brockhaus dazu - sofern das Bundeskartellamt keinen Einspruch erhebt. Geht das uns als Informationswissenschaftler etwas an? ….
Quellen: http://bertelsmann.de/bertelsmann_corp/wms41/bm/index.php?search=brockhaus&ci=108&language=1 und http://www.welt.de/wirtschaft/article2893879/Brockhaus-knickt-vor-Wikipedia-und-Google-ein.html?page=2#article_readcomments
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Wie viel Online-Überwachung lässt sich anhand der Bekämpfung von Online-Kriminalität und Kinderpornographie rechtfertigen?
3.12.2008 von hierlsonja.
Der EU-Ministerrat hat sich nach einer Golem-Meldung darauf geeinigt, eine stärkere Online-Überwachung zu lancieren um europaweit besser auf Internetdelikte, wie Daten- und Identitätsdiebstahl, Kinderpornographie, aber auch Spam reagieren und diesen vorbeugen zu können. Hierzu soll u.a. eine durch Europol aufgebaute “Warnplattform als Sammelstelle für Berichte über in den EU-Mitgliedstaaten begangene Internetdelikte” dienen, weiter werden EU-weite Onlinedurchsuchungen geplant, eine verstärkte Kooperation von Strafverfolgern und dem privaten Sektor angestrebt und eine nicht näher spezifizierte Überwachung des Internetverkehrs geplant [http://www.golem.de/0812/63873.html].
Schnell stellt sich hier die Frage, inwieweit solche unter Umständen doch relativ weitreichende Massnahmen künftig auch für weniger schwere Delikte genutzt werden - schliesslich ist es im Vorfeld bspw. einer Überwachung des Internetverkehrs ja nur schwer einzuschätzen, ob hier tatsächlich eines der oben genannten Delikte mitverfolgt wird oder ob nicht der Online-Bürger bei “harmlosen” Aktivitäten im Internet überwacht wird, was den Persönlichkeitsschutz einschränken würde.
Zumal ein vage formulierter Delikt wie das Spamming mittlerweile soweit verbreitet ist, dass sich anhand dieses Tatbestands vermutlich fast schon jede Überwachung rechtfertigen liesse. Selbstverständlich sind im Zuge der Bekämpfung bspw. von Kinderpornographie zielführende Massnahmen sehr wünschens- und unterstützenswert. Stehen diese jedoch wirklich auf der gleichen Stufe wie Spam, dass derart weitreichende und grenzüberschreitende Massnahmen für die Bekämpfung beider Delikte aneinander gekoppelt werden sollten?
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Glaubwürdigkeit von Informationskanälen
27.11.2008 von Nathanael Hofer.
U.S. Amerikanerinnen und Amerikaner vertrauen Information aus dem Internet (38% nannten diesen Kanal als besonders glaubwürdig) eher als solcher aus dem Fernsehen (20%) oder Radio (16%). Dies zumindest gaben 3′000 Befragte kurz nach der Präsidentschaftswahl an, wie wir auf tagesanzeiger.ch und bild.de lesen. Der Glaubwürdigkeit letzterer Tageszeitung nützt diese Erkenntnis des Meinungsforschungsinstituts «Logby International»[sic!] freilich wenig.
Wie haltet denn ihr es mit Nachrichten aus verschiedenen Kanälen wie Internet, Zeitung, Radio und TV? Beurteilt ihr Qualität und Verlässlichkeit von Information abhängig von ihrem Trägermedium?
Serendipity-Nachtrag:
Die ebenfalls in den Bild-News erwähnte «im vergangenen Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos» vorgestellte «Studie über die Glaubwürdigkeit von Weblogs» habe ich leider nicht finden können, wohl aber die jährlich (und auch schon am WEF) von der PR-Agentur Edelman veröffentlichte TRUST Barometer Studie über das Vertrauen in verschiedene Nachrichtenkanäle.
Bereits 2004 an einer Panel-Diskussion über Blogs und Internet-Nachrichten am WEF in Davos teilgenommen hat übrigens Jay Rosen, Dozent am Journalism Institute der New York University und Gründer des Themenblogs PressThink. Sehr interessant zum Beispiel, was er über die Ethik von Hyperlinks zu sagen hat.
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Das “Daten Ford Knox” im schweizer Berg
24.11.2008 von hierlsonja.
Zwischen 20′000,- CHF und 100′000,- CHF lassen es sich weltweit Unternehmen unterschiedlichster Branchen kosten, eine physische Sicherungskopie ihrer gesamten Unternehmensdaten in einem stillgelegten (und leicht umfunktionierten) Bunker in Bern zu hinterlegen - pro Monat, versteht sich.
Das Hochsicherheits-Rechenzentrum befindet sich im Inneren eines Bergs und ist sowohl baulich, als auch durch Sicherheitspersonal geschützt, wie kaum sonst ein Gebäude in der Schweiz.
Bei einem Daten-Gau eines der Kunden von Ford Knox (sei es durch Elektrizitätsprobleme, Serverausfall o.ä. bei dem die “Standard-Sicherungen” ebenfalls nicht mehr hergestellt werden können), werden die aktuellen Sicherungskopien der Unternehmensdaten im Schnitt innert 2 Stunden entweder über Hochsicherheitsleitungen in das Unternehmen übertragen - oder bei zu grossen Datenvolumina auch mal per Hubschrauber physisch geliefert.
Die befragten Ford Knox Kunden beziffern den Wert der hinterlegten Daten mit dem fast vollumfänglichen Gesamtunternehmenswert - ohne diese Daten wäre kaum ein produzierendes Industrie- oder auch Dienstleistungsunternehmen im Stande, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Angesichts solcher Aussagen freut sich der Informationswissenschaftler - wird doch deutlich, wie wichtig das immaterielle Gut Information insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft ist und welchen Stellenwert ihm auch in der Unternehmenswelt zukommt.
Eine umfassende Berichtserstattung zum Ford Knox findet sich in der Cash-TV Sendung vom 16. November (online in der Mediathek abrufbar unter http://www.cash.ch/video/cashtv/).
Quellen: http://www.cash.ch/video/cashtv/ und http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/901bf27c-263f-43cc-8b1b-e6b0ecf61024.aspx
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Der Einfluss des Internet auf die US-Politik
19.11.2008 von fst.
Schon im Wahlkampf nutzte Barack Obamas Personal wie noch kein Wahlkampf-Team zuvor die Möglichkeiten des Internet. Über das sogenannte Web 2.0 kommunizierte Obama mit seinen potentiellen Wählern, sammelte via Internet Wahlkampfspenden in Rekordhöhe und rekrutierte knapp zwei Millionen Freiwillige. Es sind Bestrebungen im Gange, dass diese neue Plattform auch im politischen Tagesgeschäft, nach Obamas Amtsantritt genutzt werden soll. Der folgende Artikel aus Spiegel-Online wirft die Frage auf, ob und wie eine Beteiligung der Wählerschaft via Web realistisch und sinnvoll ist. Auch die Frage, ob es sich hierbei mehr um Schein oder Sein handelt wird behandelt. Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, das Volk direkt am politischen Tagesgeschäft zu beteiligen. Mangelndes Expertenwissen und Beeinflussbarkeit der Wähler sind sicherlich Argumente dagegen. (Angaben und Artikel aus Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,591167,00.html
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Brötchentüten mit literarischen Werken
19.11.2008 von Michèle Bättig.
Frank Riepes Firma bedruckt Brötchentüten mit literarischen Werken - und hat damit Erfolg.
Wer planvoll und gründlich arbeitet und dabei noch flexibel bleibt, hat Aussicht auf Erfolg. Wir sprechen mit Menschen, die wissen, wie eine ausgefallene Idee Schritt für Schritt zum erfolgreichen Geschäftsmodell wird.
Die Firma lesefutter.org bietet gute Lektüre zum frischen Frühstücksbrötchen.
Der Verlag druckt literarische Werke auf Papiertüten, in denen dann zum Beispiel Bäcker, Naturkostläden, Buchhändler, Apotheken, Spielwarengeschäfte oder Schreibwarenläden ihre Ware verpacken - eine so ungewöhnliche wie erfolgreiche Idee.
Inzwischen hat die Auflage dieser Tüten innerhalb eines Jahres 3,5 Millionen Stück erreicht, berichtet Mitinhaber Frank Riepe aus Bremen. “Die Idee entstand mit der Frage, wo Schriftsteller Kurztexte veröffentlichen können”, berichtet Riepe, der viele Jahre als Performance- und Aktionskünstler gearbeitet hat.
“Am Beginn stand die Recherche. Denn um ein tragfähiges Konzept zu schreiben, mussten wir herausfinden, wie etwa Papiertüten produziert und vertrieben werden.”Die größte Herausforderung der Selbständigkeit sei, so Riepe, sich immer wieder neu zu orientieren und unternehmerisch zu denken. “Es reicht nicht aus, nur eine ungewöhnliche Geschäftsidee zu haben. Man braucht auch Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft und die Flexibilität, sich und die Idee zu verändern.”
© dpa
(Aufmerksam geworden darauf durch INETBIB)
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