Wie viel Online-Überwachung lässt sich anhand der Bekämpfung von Online-Kriminalität und Kinderpornographie rechtfertigen?

Der EU-Ministerrat hat sich nach einer Golem-Meldung darauf geeinigt, eine stärkere Online-Überwachung zu lancieren um europaweit besser auf Internetdelikte, wie Daten- und Identitätsdiebstahl, Kinderpornographie, aber auch Spam reagieren und diesen vorbeugen zu können. Hierzu soll u.a. eine durch Europol aufgebaute “Warnplattform als Sammelstelle für Berichte über in den EU-Mitgliedstaaten begangene Internetdelikte” dienen, weiter werden EU-weite Onlinedurchsuchungen geplant, eine verstärkte Kooperation von Strafverfolgern und dem privaten Sektor angestrebt und eine nicht näher spezifizierte Überwachung des Internetverkehrs geplant [http://www.golem.de/0812/63873.html].
Schnell stellt sich hier die Frage, inwieweit solche unter Umständen doch relativ weitreichende Massnahmen künftig auch für weniger schwere Delikte genutzt werden - schliesslich ist es im Vorfeld bspw. einer Überwachung des Internetverkehrs ja nur schwer einzuschätzen, ob hier tatsächlich eines der oben genannten Delikte mitverfolgt wird oder ob nicht der Online-Bürger bei “harmlosen” Aktivitäten im Internet überwacht wird, was den Persönlichkeitsschutz einschränken würde.
Zumal ein vage formulierter Delikt wie das Spamming mittlerweile soweit verbreitet ist, dass sich anhand dieses Tatbestands vermutlich fast schon jede Überwachung rechtfertigen liesse. Selbstverständlich sind im Zuge der Bekämpfung bspw. von Kinderpornographie zielführende Massnahmen sehr wünschens- und unterstützenswert. Stehen diese jedoch wirklich auf der gleichen Stufe wie Spam, dass derart weitreichende und grenzüberschreitende Massnahmen für die Bekämpfung beider Delikte aneinander gekoppelt werden sollten?

Glaubwürdigkeit von Informationskanälen

U.S. Amerikanerinnen und Amerikaner vertrauen Information aus dem Internet (38% nannten diesen Kanal als besonders glaubwürdig) eher als solcher aus dem Fernsehen (20%) oder Radio (16%). Dies zumindest gaben 3′000 Befragte kurz nach der Präsidentschaftswahl an, wie wir auf tagesanzeiger.ch und bild.de lesen. Der Glaubwürdigkeit letzterer Tageszeitung nützt diese Erkenntnis des Meinungsforschungsinstituts «Logby International»[sic!] freilich wenig. ;)

Wie haltet denn ihr es mit Nachrichten aus verschiedenen Kanälen wie Internet, Zeitung, Radio und TV? Beurteilt ihr Qualität und Verlässlichkeit von Information abhängig von ihrem Trägermedium?

Serendipity-Nachtrag:

Die ebenfalls in den Bild-News erwähnte «im vergangenen Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos» vorgestellte «Studie über die Glaubwürdigkeit von Weblogs» habe ich leider nicht finden können, wohl aber die jährlich (und auch schon am WEF) von der PR-Agentur Edelman veröffentlichte TRUST Barometer Studie über das Vertrauen in verschiedene Nachrichtenkanäle.

Bereits 2004 an einer Panel-Diskussion über Blogs und Internet-Nachrichten am WEF in Davos teilgenommen hat übrigens Jay Rosen, Dozent am Journalism Institute der New York University und Gründer des Themenblogs PressThink. Sehr interessant zum Beispiel, was er über die Ethik von Hyperlinks zu sagen hat.

Das “Daten Ford Knox” im schweizer Berg

Zwischen 20′000,- CHF und 100′000,- CHF lassen es sich weltweit Unternehmen unterschiedlichster Branchen kosten, eine physische Sicherungskopie ihrer gesamten Unternehmensdaten in einem stillgelegten (und leicht umfunktionierten) Bunker in Bern zu hinterlegen - pro Monat, versteht sich.
Das Hochsicherheits-Rechenzentrum befindet sich im Inneren eines Bergs und ist sowohl baulich, als auch durch Sicherheitspersonal geschützt, wie kaum sonst ein Gebäude in der Schweiz.
Bei einem Daten-Gau eines der Kunden von Ford Knox (sei es durch Elektrizitätsprobleme, Serverausfall o.ä. bei dem die “Standard-Sicherungen” ebenfalls nicht mehr hergestellt werden können), werden die aktuellen Sicherungskopien der Unternehmensdaten im Schnitt innert 2 Stunden entweder über Hochsicherheitsleitungen in das Unternehmen übertragen - oder bei zu grossen Datenvolumina auch mal per Hubschrauber physisch geliefert.
Die befragten Ford Knox Kunden beziffern den Wert der hinterlegten Daten mit dem fast vollumfänglichen Gesamtunternehmenswert - ohne diese Daten wäre kaum ein produzierendes Industrie- oder auch Dienstleistungsunternehmen im Stande, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Angesichts solcher Aussagen freut sich der Informationswissenschaftler - wird doch deutlich, wie wichtig das immaterielle Gut Information insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft ist und welchen Stellenwert ihm auch in der Unternehmenswelt zukommt.

Eine umfassende Berichtserstattung zum Ford Knox findet sich in der Cash-TV Sendung vom 16. November (online in der Mediathek abrufbar unter http://www.cash.ch/video/cashtv/).

Quellen: http://www.cash.ch/video/cashtv/ und http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/901bf27c-263f-43cc-8b1b-e6b0ecf61024.aspx

Der Einfluss des Internet auf die US-Politik

Schon im Wahlkampf nutzte Barack Obamas Personal wie noch kein Wahlkampf-Team zuvor die Möglichkeiten des Internet. Über das sogenannte Web 2.0 kommunizierte Obama mit seinen potentiellen Wählern, sammelte via Internet Wahlkampfspenden in Rekordhöhe und rekrutierte knapp zwei Millionen Freiwillige. Es sind Bestrebungen im Gange, dass diese neue Plattform auch im politischen Tagesgeschäft, nach Obamas Amtsantritt genutzt werden soll. Der folgende Artikel aus Spiegel-Online wirft die Frage auf, ob und wie eine Beteiligung der Wählerschaft via Web realistisch und sinnvoll ist. Auch die Frage, ob es sich hierbei mehr um Schein oder Sein handelt wird behandelt. Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, das Volk direkt am politischen Tagesgeschäft zu beteiligen. Mangelndes Expertenwissen und Beeinflussbarkeit der Wähler sind sicherlich Argumente dagegen. (Angaben und Artikel aus Spiegel Online)

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,591167,00.html

Brötchentüten mit literarischen Werken

Frank Riepes Firma bedruckt Brötchentüten mit literarischen Werken - und hat damit Erfolg.

Wer planvoll und gründlich arbeitet und dabei noch flexibel bleibt, hat Aussicht auf Erfolg. Wir sprechen mit Menschen, die wissen, wie eine ausgefallene Idee Schritt für Schritt zum erfolgreichen Geschäftsmodell wird.

Die Firma lesefutter.org bietet gute Lektüre zum frischen Frühstücksbrötchen.
Der Verlag druckt literarische Werke auf Papiertüten, in denen dann zum Beispiel Bäcker, Naturkostläden, Buchhändler, Apotheken, Spielwarengeschäfte oder Schreibwarenläden ihre Ware verpacken - eine so ungewöhnliche wie erfolgreiche Idee.

Inzwischen hat die Auflage dieser Tüten innerhalb eines Jahres 3,5 Millionen Stück erreicht, berichtet Mitinhaber Frank Riepe aus Bremen. “Die Idee entstand mit der Frage, wo Schriftsteller Kurztexte veröffentlichen können”, berichtet Riepe, der viele Jahre als Performance- und Aktionskünstler gearbeitet hat.

“Am Beginn stand die Recherche. Denn um ein tragfähiges Konzept zu schreiben, mussten wir herausfinden, wie etwa Papiertüten produziert und vertrieben werden.”Die größte Herausforderung der Selbständigkeit sei, so Riepe, sich immer wieder neu zu orientieren und unternehmerisch zu denken. “Es reicht nicht aus, nur eine ungewöhnliche Geschäftsidee zu haben. Man braucht auch Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft und die Flexibilität, sich und die Idee zu verändern.”

© dpa

(Aufmerksam geworden darauf durch INETBIB)

Nochmal ein interessanter Blog

Peter Haber, Historiker an der Universität Basel betreibt Forschung im Bereich digitaler Medien und Geschichtswissenschaften. Er untersucht die Bedeutung digitaler Medien für die Wissenschaft im Allgemeinen und welche Auswirkungen neue Entwicklungen wie beispielsweise Web2.0 insbesondere auf geschichtswissenschaftliche Forschung haben kann.

“Die Themen reichen von Open Access bis e-Learning, von Google bis Urheberrecht, von Bibliographierhilfsmitteln bis Werkzeugen zum kollaborativen Schreiben, von digitalen Karten bis digitalisierten Handschriften, von web 1.0 bis web 3.0.” (Peter Haber über seinen Blog) Also alles lauter Themen, die für uns Infowissenschaftler spannend sind und mitverfolgt werden sollen

In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder das Thema Online-Enzyklopädien auf. Am Montag, 8. Dezember findet hierzu ein Kolloquium an der Uni in Basel statt zum Thema Wikipedia in den Wissenschaften. Es werden interessante Fragestellungen behandelt, z.B. welchen Einfluss Wikipedia auf die Wissenschaftskommunikation hat, wie Wikipedia im Bildungswesen eingesetzt wird oder welche Erfahrungen Bibliotheken mit Wikipedia machen.
Ich werde voraussichtlich am Forschungskolloquium teilnehmen und an dieser Stelle davon berichten. Regelmässig in den Blog reinzuschauen lohnt sich aber bestimmt!

http://weblog.histnet.ch/

Was das Internet nicht alles weiss..

Liebe Blogger

Passend zum Thema persönliche Daten bin ich auf einen interessanten Link gestossen: www.123people.ch
Herr Semar hat dann noch folgenden Link beigesteuert: http://www.yasni.de

Spannend und gleichzeitig erschreckend was das Internet nicht alles über einen weiss, nicht wahr?

Um eine kleine Diskussion anzuregen: Was unternehmen Sie, um ihre persönlichen Daten vor solchen Websiten zu schützen? Und, was denken Sie über solche Portale?

Mit freundlichem Gruss

Michèle Bättig

Facebook-Groups

Liebe Community

Falls jemand von Euch beim Social-Network “Facebook” angemeldet ist, interessieren Euch vielleicht folgende Gruppen:

Librarians and Facebook

http://www.facebook.com/group.php?gid=2210901334

Informationswissenschaft

http://www.facebook.com/group.php?gid=28479253852

Libraries and Librarians

http://www.facebook.com/group.php?gid=2211751615

NextGen Librarians

http://www.facebook.com/group.php?gid=2240728154

Library 2.0 Interest Group

http://www.facebook.com/group.php?gid=2212848798

Und dann noch ein „just for fun“:

Don’t mess with me, I worked in a public library

http://www.facebook.com/group.php?gid=2217584838

Liebe Grüsse

Michèle Bättig

Nachtrag: Der Link zu “Don’t mess with me..” funktioniert leider nicht. Jedoch ist die Gruppe über die Funktion “suche” in FB zu finden.

Erster IW-Blog der Schweiz?

Ist dieser Blog wirklich der ERSTE IW-Blog der Schweiz? Ich bin da noch auf einen anderen gestossen: http://infwiss.blogspot.com/

Das müsste man wohl berichtigen (oder diesen zumindest in der Blogroll aufführen).

Und hier grad noch Links zu weiteren spannenden IW-Blogs:

Blog von Markus Brixius: http://idt-infoblogger.blogspot.com/

Blog von Thomas Hapke (Schwerpunkt Infokompetenz):  http://blog.hapke.de/

Blog von Andreas Litscher (Schwerpunkt Recherche): http://recherchenblog.ch/

Wer noch mehr kennt, kann gerne kommentieren.

Die Zukunft im Web 3.0 - Eine Vision

Interaktivität ist das Schlagwort für das sogenannte Web 2.0. Die klassische Homepage hat vielerorts als Medium der Selbstdarstellung ausgedient. An ihre Stelle ist das Web-tagebuch, das Weblog oder kurz Blog getreten. Neben Communities wie Flickr oder der klassischen Web 2.0-Anwendung schlechthin -Wikipedia- sind es die Blogs, die das ausmachen was man gemeinhin als Web 2.0 definiert. Doch wie geht es weiter? Läßt sich heute schon absehen wie sich das WWW in Zukunft entwickeln wird? In der Tat sind heute schon Ansätze erkennbar, die in Zukunft möglicherweise relevant werden könnten.
Zunächt einmal werden wir früher oder später (wohl eher früher) mit dem Übergang von IPv4 auf IPv6 konfrontiert werden. Dieses zunächst rein technisch anmutende Detail bringt interessante neue Aspekte zum Thema Adressierung von Daten. Statt der bisher ca. 4 Milliarden Adressen die Weltweit zur Verfügung stehen werden es nach der Einführung vom IPv6 2 hoch 128 oder ca. 10 hoch 28 (also eine 1 mit 28 Nullen) sein. Durch diese unvorstellbare Anzahl nutzbarer Adresen wäre es möglich jede einzelne Datei im Netz zu adressieren. Dies eröffnet die Möglichkeit, die heute gebräuchliche Aufteilung des Netzes in Domains (die Domains repräsentieren IPv4-Adressen in für Menschen lesbarer Form) aufzugeben und Dateien on-demand zu Webseiten zusammenzustellen.
Das entspricht sogar einem schon jetzt zu beobachtenden Trend: Die Trennung von Autor und Inhalt. Bei Wikipedia schon lange gang und gäbe, setzen auch große Blogs vermehrt auf mehrere Autoren bzw. ganze (z.T. auch wechselnde) Autorenteams oder auf Gastautoren. Eine klare Zuordnung von Inhalt und Autor geht damit verloren. Auch die bisherige kalendarische Organisation der Blogs veschwindet immer mehr. In großen Blogs mit vielen Beiträgen “verschwinden” als wichtig erachtete Beiträge zu schnell. Daher gehen die Blogger teilweise dazu über diese wichtigen Beiträge permanten (sticky) auf der erste Seite zu halten.
Wären jetzt Dateien und Autoren nur noch über Metainformationen verknüpft und die Dateien frei adressierbar, könnte sich die Gestaltung einer individuellen Webseite ganz anders abspielen als heute. Der Nutzer könnte sich anhand der Metadaten einzelne, für ihn relevante, Dateien anzeigen lassen und alles andere ausblenden.
Es stehen uns interessante Zeiten mit neuen Aufgaben bevor.

http://www.drweb.de/magazin/die-zukunft-im-web-30-eine-vision/